Was ist die Aktion Noteingang?

Berlin ist als vielfältige Metropole und weltoffene Stadt bekannt. Doch auch hier erleben viele Menschen jeden Tag menschenverachtende Gewalt, Bedrohungen und Ausgrenzung. Viele Betroffene solcher Vorfälle berichten, dass die fehlende Anteilnahme oder Hilfeleistung durch Umstehende und Passant:innen eine der schlimmsten und besonders traumatisierenden Erfahrungen bei einem Vorfall von Hassgewalt und Ausgrenzung ist.

Die Aktion Noteingang setzt genau an diesem Punkt an: Sie schafft Schutzräume für Betroffene im Stadtraum! Außerdem machen wir Ausgrenzung und Gewalt in der Öffentlichkeit zum Thema. Dafür bringen Läden, Cafés und andere Einrichtungen Plakate, Aufkleber oder Schilder mit der Aufschrift „Noteingang“ im Eingangsbereich an und zeigen so: Wir bieten Schutz bei Gewalt und Ausgrenzung. Sie senden damit an (potentiell) Betroffene die ermutigende Botschaft: Wir stehen an eurer Seite! Dies kann nicht nur lebensrettend sein, sondern zudem den Alltag vieler Menschen sicherer und freier gestalten.

Eine Vielzahl solcher Noteingänge in der Nachbar:innenschaft schafft nicht nur Schutzräume und erhöht die Bewegungsfreiheit für alle. Zudem werden Laden- und Cafe-Betreiber:innen und -Mitarbeitende und andere Stadtbewohner:innen, die sich an der Aktion Noteingang beteiligen, durch Informations- und Beratungsangebote für das Thema sensibilisiert. Denn jeder Noteingang sollte darauf vorbereitet sein, in einem Notfall helfen zu können und sensibel mit den Betroffenen umzugehen.

Warum an der Aktion Noteingang teilnehmen?

Für einen sichereren und lebenswerten Kiez für alle! Hassgewalt, Bedrohungen und Ausgrenzung sind ein alltägliches Problem für viele Menschen und schränken (potentiell) Betroffene in ihrer Bewegungsfreiheit in der Stadtöffentlichkeit ein. Je mehr Lokale, Geschäfte und Einrichtungen an der Aktion teilnehmen, desto größer werden die Unterstützungsnetzwerke und desto stärker ist das ermutigende Signal der Solidarität an (potentiell) Betroffene.

Gewalt und Ausgrenzung zurückdrängen! Ein Kiez, der sich aktiv und öffentlich gegen Hassgewalt und Ausgrenzung ausspricht, signalisiert (potentiellen) Täter:innen, dass sie auf Widerspruch stoßen und kann so Übergriffen vorbeugen.

(K)eine Selbstverständlichkeit! So selbstverständlich, wie es sein sollte, Menschen in Notsituationen zu helfen, ist es leider nicht. Signalisieren Sie deshalb, dass Sie aktiv Hilfe und einen Schutzraum anbieten, wenn sie gebraucht werden und werben Sie damit in der Öffentlichkeit für Zivilcourage.

Zur Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft! Die Aktion Noteingang schafft nicht nur eine Hilfestellung für Betroffene von Hassgewalt, sondern vernetzt auch die teilnehmenden Noteingänge. Sie fördert eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Ausgrenzung und zeigt Handlungsoptionen für ein gemeinsames Engagement auf.

News & Termine

Diese News werden von der Amadeu Antonio Stiftung bereitgestellt

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Kurze Geschichte der Aktion Noteingang

In den sogenannten Baseballschlägerjahren der 1990er-Jahre nahm rechte Gewalt gegen alle, die nicht in das Weltbild von Neonazis und Rechtsradikalen passten in vielen deutschen Bundesländern, auch in Berlin und Brandenburg, enorm zu. Um dieser Gewalt zu begegnen, wurde die Aktion Noteingang durch antirassistische und antifaschistische Initiativen ins Leben gerufen. Ziel der Aktion war es, die Zivilgesellschaft zu aktiver Zivilcourage gegen rechte Angriffe zu animieren. Besonders bekannt wurde die Aktion Noteingang im brandenburgischen Bernau. Jugendliche hatten die Idee 1997 in Berlin kennengelernt und in ihrer Stadt umgesetzt. Zwei Jahre später beteiligten sich an dem brandenburgischen Netzwerk der Aktion Noteingang regionale Bündnisse, Gruppen und Einzelpersonen aus mehr als 13 Städten. Im Jahr 2000 erhielten die Bernauer Jugendlichen stellvertretend für die Aktion Noteingang den Aachener Friedenspreis.

Dank des Engagements vieler Menschen hat sich die Situation an vielen Orten seit den 1990er Jahren verändert. Dennoch gehört für Viele Ausgrenzung und menschenverachtende Gewalt weiter zum Alltag. Häufig bleibt dies weitgehend unsichtbar für nicht direkt Betroffene. Denn die Täter:innen entsprechen meist nicht dem Klischee von bestiefelten Neonazis, sondern kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Nicht zuletzt die Terroranschläge von Halle und Hanau sowie der Mord an Walter Lübcke haben wieder deutlich gemacht, wie tief menschenverachtende Einstellungen und Abwertungsideologien in unserer Gesellschaft verankert sind und welche massiven Auswirkungen sie haben können. Eine starke Zivilgesellschaft ist eine wichtige Grundlage zum Schutz von Betroffenen und die Aktion Noteingang leistet einen Beitrag dazu.

Aktuell gibt es die Aktion Noteingang in mehreren Berliner Bezirken, aber auch in anderen Städten Deutschlands. Unser Bündnis Aktion Noteingang Berlin setzt sich dafür ein, die Aktion in Berlin über weitere Bezirke und Kieze auszuweiten.